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Herr, lehre uns zu wandern wie die Pinguine in der Antarktis?



Auf diesem
riesigen Archipel, fast so gross wie ganz Kanada, leben Tiere, die sich in
Jahrtausenden an diese schwierigen klimatischen Bedingungen gewöhnt haben, an
Temperaturdurchschnitte von –40°C. In den Küstengebieten ist das Meer ihr
Garten, und sie wandern über Hunderte von Kilometern, um ihr Nest zu machen.
Die Kaiserpinguine, die man im Moment auf unseren Bildschirmen von Jaquet
gefilmt sehen kann, sind erstaunliche Zeugen dieses antarktischen Lebens. Es
läuft in einem präzisen Rahmen ab, Tag für Tag, so wird gelebt und überlebt in
einer Umwelt, in der es tagelange Nächte gibt. Das Festland gibt es nicht, aber
das hindert Zehntausende von Pinguinen nicht daran, dort zu leben seit vielen Jahrtausenden.
Bravo, was für ein Überlebenswille!







Diese
Geschöpfe brauchen ein Stück eigenen Lebensraum, in dem sie als Familie die
besten Bedingungen zur Fortpflanzung schaffen können. Indem sie eine Familie
bilden, hüten Vater und Mutter abwechslungsweise das einzige Ei das sie am
Ausbrüten sind, und das während der härtesten Zeit des Jahres, im Winter. Und
genau dann schlüpfen auch die Kleinen, während die Mutter sich im Meer neue
Kräfte holt. Aber, und das ist das ausserordentlich Wunderbare, dieses kleine
Leben kann nur weitergehen, wenn die ganze Gruppe sich zusammentut, und die
neue Generation schützend umgibt. Denn die Jungen werden erst im Sommer
selbständig werden und so das weiterführen, was die Elternpaare und die ganze
Gemeinschaft  begonnen haben, als sie
ein Ei legten. So kann das Leben weitergehen, auch wenn es einige Todesfälle
gibt.






Die
Pinguine haben also diesen starken Lebenswillen, dass man den Eindruck hat, man
erlebe die Geschichte Kanadas oder des Bauernstandes, wenn man diesen Überlebenskampf
sieht, der die Nachkommenschaft der Familie und der Gruppe sichert. Sogar die
Wanderungen – wie die Alpauftriebe – um Nahrung zu suchen und seine kleine Welt
zu versorgen.






Die
Geschichte  der Menschheit mit Gott ist
genau dasselbe. Wir sind sesshafte Menschen, die Land, Felder und Jahreszeiten
brauchen um sich zu ernähren, aber auch wir müssen unsere angestammten Orte
verlassen, wie Abraham, der alles verlassen musste, um zu gehen, wohin Gott ihn
rief. In Abrahams Kopf waren die Pläne vielleicht nicht viel konkreter als
diejenigen unserer Pinguine, denn wir lesen im ersten Buch Mose, dass es mehr
als die Hälfte seines Lebens brauchte, bis er verstand und bis er mit Sarah ein
Kind bekam. Der Unterschied zwischen den Pinguinen und uns besteht darin, dass
wir noch Geschichten besitzen, die uns erzählen, was diese ersten «Wanderer
Gottes» begriffen haben, als sie sich aufmachten, sie wussten nur, dass sie
leben wollten und dass Gott sie gerufen hatte. Und der Lebensinstinkt war
stärker als alles. Das glaube ich auch, aber das genügt nicht, man muss sich
dessen auch bewusst sein und es den andern ermöglichen, es auch zu leben.






Unsere
Vorfahren glaubten, dass Gottes Gesetz schon in der Natur zu finden sei. Unser
Schöpfer wollte, dass wir leben. Wie schon der Psalmdichter gesungen hat: «Die
Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.
Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern, ohne Sprache
und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme. Ihr Schall geht aus in alle Lande und
ihr Reden bis an die Enden der Welt.»




Jean
Porret



30.10.05 15:19
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


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