Es hat etwas für jeden Geschmack und jeden Preis in diesem Fest. Aber
um es mit dem Kleinen Prinzen von Saint-Exupéry zu sagen: «Das
Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. » Um den tiefsten Sinn von
Weihnachten wiederzufinden, muss man über eine ganze Reihe von
Traditionen hinausgehen, Traditionen, die im Laufe der Zeit mit dem
Weihnachtsfest verbunden wurden.
Zuerst einmal ist zu sagen, dass ursprünglich in der Bibel kein Datum
für dieses Fest angegeben ist. Aber man hatte mehr und mehr das
Bedürfnis, Christi Geburt zu feiern. Doch erst nach einigen
Generationen des Christentums stellte man sich die Frage: Es gab kein
bestimmtes Datum, was sollte man also tun? Es gab ein sehr beliebtes
römisches Fest zur Zeit der Anfänge des Christentums: Das Fest der
Unbesiegten Sonne, der Wintersonnwende, welches am 25. Dezember
gefeiert wurde.
Das Christentum, das damals voll im Aufblühen war, wählte dieses Datum,
um dem heidnischen Fest der Unbesiegten Sonne Konkurrenz zu
machen. Und mit der Christianisierung Europas geriet das heidnische
Wintersonnwendfest in Vergessenheit und das christliche Fest gewann die
Oberhand. Diese Wahl hat aber auch eine grosse symbolische Bedeutung.
Der kürzeste Tag des Jahres ist genau vor Weihnachten, und dieses Fest
bedeutet ja das neue Licht, das in diese Welt gekommen ist. Ich kann
mir vorstellen, dass diese symbolische Bedeutung dazu geführt hat, dass
sich die westlichen Christen auf dieses Datum einigen konnten. Die
orthodoxen Christen des Ostens feiern Weihnachten am 6. Januar, dem
Fest der Erscheinung, wegen verschiedener Gründe.
Wir leben in einem Land, in dem es im Winter nicht viel Licht gibt,
deshalb können wir diese weise Wahl gut verstehen. In dieser Jahreszeit
ist es verständlicher, dass Christus das Licht der Welt ist, seit er zu
uns kam. Und das Licht selbst hat eine grosse Bedeutung um dieses
Fest. Man denke an den Adventskranz oder an die Kerzen und Lichter, die
man in den Weihnachtsbaum hängt.
Haben wir nicht durch diese festliche Stimmung, die überall ein wenig
aufkommt, einen Vorgeschmack dessen, was Gottes Reich sein könnte,
dieses Reich, das Jesus mit seiner Geburt schon in die Welt gebracht
hat? Der Engel hatte also Recht, wenn er „eine grosse Freude für
das ganze Volk“ angekündigt hat. Und diese grosse Freude sollten wir um
uns verbreiten.
Für viele heutige Menschen ist Weihnachten vor allem eine Gelegenheit,
sich mit Freunden und der Familie zu treffen. Aber es bleibt auch eine
Möglichkeit, sich wieder auf die christlichen Wurzeln dieses Festes zu
besinnen. Es gibt Gemälde aus der Renaissancezeit, welche die Geburt
Christi als dunkles Bild darstellen, auf dem alles Licht nicht etwa von
einem Feuer ausstrahlt, sondern vom Gesichtchen des neugeborenen
Jesuskindes. So zeigen diese Bilder, dass Er das Licht der Welt ist.
Möge Christus in Ihnen sein Licht leuchten lassen, das Weihnachtslicht eines Neubeginnes!